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Physiotherapie für Hunde: Hilfe bei Gelenkbeschwerden

Elke Pfeiffer (Reha für Hunde) im Gespräch über Physiotherapie und Arthrose

Auch Hunde leiden unter Muskelverspannungen und Gelenkbeschwerden. Sie können angeboren sein oder zum Beispiel durch einen Unfall, einen falschen Schlafplatz oder falsches Training hervorgerufen werden.

 

Die Münchner Physiotherapeutin Elke Pfeiffer www.reha-fuer-hunde.de hilft kranken Hunden wieder auf die Pfoten. Mit uns hat sie über ihre Arbeit gesprochen.
 
Bettenhaus Traumhund: Frau Pfeiffer, Physiotherapie für Hunde ist stark im Kommen. Worauf führen Sie das zurück?
Elke Pfeiffer: Ich bin der Meinung, dass heutzutage der Hund mehr als früher ein Familienmitglied ist und dem soll es gut gehen. Er soll fit sein für die Freizeitaktivitäten der Familie … Verletzungen lassen sich beim Sport und Spiel nicht immer vermeiden, aber durch Physiotherapie wird der Vierbeiner schneller wieder aktiv. Außerdem haben unsere Hunde heute leider durch Überzüchtung verstärkt genetische Erkrankungen, wie zum Beispiel Hüftdysplasie (HD) oder Ellenbogendysplasie (ED). Viele Hunde bekommen minderwertiges Futter und werden dadurch öfter krank. Vor allem während der Wachstumsphase ist gesundes Futter sehr wichtig, da sich die Knochen nicht gut entwickeln können, wenn Vitamine, Mineralien und Spurenelemente fehlen.
 
Bettenhaus Traumhund: Welche Therapieformen gibt es überhaupt und was bewirken sie? 
Elke Pfeiffer: Ich arbeite beispielsweise mit therapeutischem Schwimmen. In einem geheizten Becken trainieren die Hunde unter professioneller Anleitung. Eine ideale Methode nach und auch vor Operationen, weil die Muskulatur relativ schnell aufgebaut werden kann. Therapeutisches Schwimmen eignet sich auch gut als Herz- und Kreislauftraining.
Massagen fördern – wie beim Menschen – die Durchblutung und regen den Stoffwechsel an. Verspannte Muskeln und das Gewebe werden gelockert, was eine Schmerzlinderung zur Folge hat. Außerdem verhilft die Massage einem Hund, der sich darauf einlassen kann, auch zu psychischer Entspannung und Beruhigung.
Die Dorn-Therapie ist eine sanfte manuelle Behandlungsmethode, mit der sich Wirbel – und Gelenkblockaden beseitigen lassen. Sie ist vor allem bei Rückenproblemen sinnvoll, die häufig durch Sport, Springen und Toben verursacht werden.
In einigen Fällen arbeite ich mit Magnetfeld-Therapie als unterstützende Maßnahme bei Knochenbrüchen und Luxationen. Sie fördert die Durchblutung, regt den Stoffwechsel an und fördert die Wundheilung. Die Magnetfeld-Therapie ist auch eine Alternative für Patienten, die keine Schmerzmittel einnehmen dürfen.
 
Bettenhaus Traumhund: Wann ist Physiotherapie für Hunde sinnvoll?
Elke Pfeiffer: Hunde mit Arthrose bewegen sich nicht gerne, weil sie Schmerzen haben. Durch den fortschreitenden Muskelabbau werden die Gelenke nicht mehr gestützt und irgendwann können diese Hunde gar nicht mehr oder nur noch sehr schlecht aufstehen und laufen. Für Arthrose-Patienten ist Schwimmen eine perfekte Therapie-Methode. Im Wasser können sie sich ohne Schmerzen bewegen und zudem wird ihr Herz-Kreislaufsystem gestärkt. In der Regel sind sie schon nach 6 bis 8 Schwimmeinheiten deutlich beweglicher und haben wieder sichtbar mehr Lebensfreude.
Aber es gibt natürlich auch andere Fälle, in denen eine Physiotherapie sinnvoll ist. Derzeit behandle ich zum Beispiel einen Labrador, bei dem durch einen Unfall das Schultergelenk luxiert ist. Sehnen und Bänder wurden dabei so gereizt, dass es zu entzündlichen Prozessen im Gelenk kam. Die Bänder waren so überdehnt, dass das Schultergelenk schon bei der kleinsten falschen Bewegung wieder heraus gesprungen ist. Bei ihm habe ich durch Magnetfeld, Massagen und anregende Mobilisation die Sehnen und Bänder wieder gefestigt. Beim Schwimmen wird die tiefe Muskulatur gestärkt.
 
Bettenhaus Traumhund: Sollte Physiotherapie immer in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt erfolgen?
Elke Pfeiffer: Ja, das ist mir sehr wichtig. Ich brauche eine gesicherte Diagnose und akute Entzündungen in den Gelenken müssen ausgeschlossen werden. Das Wichtigste für den Heilungserfolg ist das perfekte Zusammenspiel zwischen Tierarzt, Physiotherpeuten und Hundehalter.
 
Bettenhaus Traumhund: Worauf können Hundebesitzer achten, um am besten von vorne herein Schäden zu vermeiden?
Elke Pfeiffer: Generell ist ein Geschirr für die Wirbelsäule besser als ein Halsband. Bei großen Hunden sollte der Napf erhöht stehen. Wichtig ist aber auch die Sensibilität für Probleme: wenn ein Hund mehr als zwei Tage lahmt, ist ein Besuch beim Tierarzt unvermeidlich – und achten Sie darauf, dass sich Ihr Hund regelmäßig schüttelt und dehnt. Macht es das plötzlich nicht mehr, könnten Rückenschmerzen der Grund sein.